ÖSTERREICHISCHE LÄNDERBÜHNE – THEATER DER SCHULEN

WUKOVITS LÄNDERBÜHNE  KEG                           Die Geschichte

 

 


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BESUCHSZEIT
Drei Einakter von Felix Mitterer

Der Einakterzyklus »Besuchszeit« entstand aus Hörspielen, die alle im Laufe der 70er
Jahre vom ORF-Studio Tirol produziert wurden. Die Uraufführung fand 1985 im Theater
»Die Tribüne« in Wien statt unter der Regie von Oskar Willner, dem ich durch die lange
Aufführungsserie von »Kein Platz für Idioten« verbunden war. In der Folge entwickelte es
sich zu meinem meistaufgeführten Stück, es wurde auch in mehrere Sprachen übersetzt.
»Besuchszeit« spielt im Krankenhaus, in der Psychiatrie und im Gefängnis. In jenen Anstalten
also, in denen man Menschen unterbringt, die krank sind oder alt oder aufsässig
oder kriminell. In jeder dieser Anstalten ist der Mensch ausgeliefert und entmündigt, in der
einen mehr, in der anderen weniger. Vor allem ist der Mensch ausgeliefert, wenn er ein
Mensch zweiter Klasse ist, im wahrsten Sinn des Wortes. Diejenigen, die Geld haben und
Einfluß, die können sich wehren, die haben Privilegien. Nicht nur im Krankenhaus, wo sie
Erster Klasse liegen und vom Herrn Primar persönlich betreut werden; auch in der Psychiatrie,
selbst im Gefängnis.
Und ins Altersheim brauchen sie natürlich auch nicht. Die Mächtigen, die Einflußreichen,
die Wohlhabenden sind ausgestattet mit einer Zusatzversicherung für alle Lebenslagen.
Die Putzfrau im Krankenhaus, der Bauer in der Psychiatrie, und die Ehefrau im Gefängnis,
sie alle haben keine Zusatzversicherung, keine Privilegien, keine einflußreichen Freunde.
Eingeschlossen sind sie, zur Ohnmacht verurteilt. Aber auch die Besucher, die sich frei
dünken, auch sie sind arm dran, sind Eingeschlossene,
Gefangene im gesellschaftlichen Zwang, können nicht heraus aus ihrer Haut.
Alle Figuren des Stücks haben reale Vorbilder. Der Mann und die Frau in »Man versteht
nichts« sind meinen Adoptiveltern nachgebildet.
Felix Mitterer

 

Mit:
Martina Mitterer; Raoul Rettberg und Karl Schleinzer

Regie: Karlheinz Wukov

Raum und Produktionsleitung: Pani Stamatopolos

 

Die NEUE TRIBÜNE WIEN

© K. Aichmayer